Belletristik

Zusammengestellt und annotiert von Inke Bräuniger, Yvonne Gadczikowske, Nicole Müller, Agnes Richter, Doreen Wangerin. Die zur Zeit der Erstellung der Liste als lieferbar angezeigten Bücher sind vermerkt

Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung
Erstausgabe: 1948 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2000. ISBN: 3-596-11041-6 (lieferbar)
Ein 15-jähriges Mädchen will ihrer Mutter in die Emigration folgen, muss aber stattdessen bei der jüdischen Großmutter bleiben. Sie ist „nur“ Halbjüdin. Als sich ihre Großmutter aus Angst vor der Deportation das Leben nimmt und alle ihre Freunde verhaftet werden, läuft sie durch die umkämpfte Stadt und wird durch eine explodierende Granate zerrissen.
Der Roman erfüllte nicht die Erwartungen, die viele Menschen nach dem Ende des Kriegs an die Literatur stellten. Statt Anklage und Abrechung mit dem Hitler-Regime zu liefern, geht Aichinger auf die Ängste, Demütigungen und Selbstanklagen der Opfer auf schockierende Weise ein. Sie traute sich, ihre Erlebnisse niederzuschreiben, auch wenn die Menschen zu diesem Zeitpunkt nichts lieber wollten als zu vergessen.

Allende, Isabell: Das Geisterhaus
Erstausgabe: 1982 ; Berlin: Ullstein Taschenbuch Verlag 2001. ISBN: 3-548-60004-2 (lieferbar)
Bei Allendes wohl bekanntestem Werk handelt es sich um eine Familiensaga des 20. Jahrhunderts, in der die wechselhafte Geschichte des chilenischen Patriarchen Esteban Trueba und der Frauen seines Hauses erzählt wird. Übersinnliches wird mit den Erlebnissen der Personen verknüpft, im Zentrum steht jedoch die Geschichte der ungewöhnlichen Frauen aus vier Generationen. Großen Raum nehmen die Liebesgeschichten der Protagonistinnen ein, aber auch die chilenische Geschichte.
Die Chronik der Familie entspricht zum Teil Allendes eigener Biografie, so war beispielsweise der 1973 erschossene chilenische Präsident Salvador Allende ihr Onkel.

Arnim, Bettina von: Die Günderode
Erstausgabe: 1835 ; München: Goldmann 1998. ISBN: 3-442-72284-5 (lieferbar)
1835 veröffentlichte Bettina von Arnim diesen Briefroman erstmals. Er ist ein Zeugnis der Korrespondenz zwischen Bettina von Arnim und Karoline von Günderode zwischen 1804 und 1806. Die zwei Frauen waren nicht nur eng miteinander befreundet, sondern auch verbunden durch die Liebe zur Literatur. Bereits 1804 veröffentlichte Karoline von Günderode unter dem Pseudonym „Tian“ einen Gedichtband. Und Bettina von Arnim sollte eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerin ihrer Zeit werden. »Unser Zusammenleben war schön; es war die erste Epoche, in der ich mich gewahr ward... Bei ihr lernte ich die ersten Bücher mit Verstand lesen... « Bettina von Arnim über Karoline von Günderode

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Atwood, Margaret: Die Räuberbraut
Erstausgabe: 1993 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2000. ISBN: 3-596-13168-5 (lieferbar)
„Die Räuberbraut“ ist die Geschichte einer Frau, die ihre Mitmenschen benutzt. Sie lassen alles mit sich machen und die „Räuberbraut“ kann ihre Schwächen hinterlistig ausnutzen. Der Roman ist sehr weiblich, Männer sind eher sekundär. Es werden verschiedene Facetten von Weiblichkeit gezeigt, in denen sich jeder Leser zuweilen wiederfinden kann.

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Bachmann, Ingeborg: Malina
Erstausgabe: 1971 ; Frankfurt: Suhrkamp 2004. ISBN: 3-518-18856-9 (lieferbar)
In Ingeborg Bachmanns einzigen Roman beschreibt sie eine seltsame Dreiecksbeziehung. Die Erzählerin steht zwischen den beiden Männern Ivan und Malina. Ihre Liebe zu Ivan vollzieht noch einmal das herkömmliche Abhängigkeitsverhältnis zum Mann. Mit Malina verbindet die Erzählerin eine andere Art der Intimität, eine neue, noch nicht verwirklichte Form der Liebe.
Malina erweist sich als der männliche Doppelgänger der Erzählerin. Dieses dichterische Element ermöglichte es Ingeborg Bachmann, Emotionen aus weiblicher und aus männlicher Sicht gleichermaßen dazustellen.

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Belli, Gioconda: Bewohnte Frau
Erstausgabe: 1988 ; München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1991. ISBN: 3-423-11345-6 (lieferbar)
Der Roman “Bewohnte Frau” spielt in Nicaragua zur Zeit einer Diktatur. Lavinia ist eine junge Architektin, lebt in der Stadt Faguas und entstammt der Oberschicht. Sie verliebt sich in Felipe, ihren Kollegen. Als sie erfährt, dass Felipe Freiheitskämpfer in der Nationalen Befreiungsfront ist, verändert sich ihr bislang eher ruhiges Leben erheblich. Sie steht vor der Entscheidung, sich der Wiederstandsbewegung anzuschließen oder das “alte”, sichere Leben weiterzuführen. Das hieße, die Augen vor Armut und Elend verschlossen zu halten. Lavinia entscheidet sich für ein Leben als Widerstandskämpferin.
Die “Nationale Befreiungsbewegung” des Romans spielt auf die “Sandinistische Befreiungsfront” FSLN an, die in Nicaragua gegen die Diktatur Somozas gekämpft hat. Gioconda Belli war selbst Mitglied der FSLN, und wer ihre Biographie kennt, wird einige Ähnlichkeiten zwischen Lavinia und Gioconda feststellen können. Der Leser / die Leserin erlebt die Suche einer Frau nach sich selbst und die Wirren in einem Land, das unter einer Diktatur zu leiden hat.

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Böhlau, Helene: Halbtier!
Erstausgabe: 1899 ; Mellrichstadt: Turmhut-Verlag 2004. ISBN: 3-936084-42-4 (lieferbar)
Die Hauptperson Isolde verliebt sich in einen Künstler, für den sie auch Akt steht. Als Frau wird sie aber von ihm zurückgewiesen. Statt dessen heiratet er Isoldes Schwester, die ein angepasstes und typisches Frauenbild abgibt. Isolde fühlt sich erniedrigt und verletzt. Später wird Isolde selbst eine geschätzte Künstlerin. Als ihr Schwager versucht, sie zu vergewaltigen, eskaliert die Situation, Isolde erschießt den Mann und wählt dann den Freitod.
Einer der umstrittensten Romane aus dem Kontext der frühen Frauenbewegungen.

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Brantenberg, Gert: Die Töchter Egalias
Erstausgabe: 1979 ; München: Verlag Frauenoffensive 2001. ISBN: 3-881-04163-X (lieferbar)
Der Roman “Die Töchter Egalias“ handelt von der Rollenverteilung der Geschlechter, die hier aber einmal andersherum betrachtet wird. In einer utopischen Gesellschaft herrschen die Frauen über die Männer.
Dieses Buch ist für jeden geeignet, der sich einmal die Zeit nimmt, über eben diese Rollenverteilung nachzudenken und bietet zusätzlich einige heitere Momente beim Lesen. Es ist genauso gut für den Mann, wie auch für die Frau geeignet, die droht, am heimischen Herd zu veröden.

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Bronté, Charlotte: Jane Eyre
Erstausgabe / Erstveröffentlichung: 1847 ; Frankfurt: Insel-Verlag 2004. ISBN: 3-458-34708-9 (lieferbar)
Jane Eyre, früh verwaist und arm, nimmt mit achtzehn Jahren eine Stelle als Hauslehrerin auf Thornfield Hall an, wo sie Adele, die uneheliche Tochter des Hausherrn, betreut. Zu ihm, dem düsteren, jähzornigen Edward Rochester, fühlt sie sich bald hingezogen. Rochester, von Janes Aufrichtigkeit, Intelligenz und Mut tief beeindruckt, erwidert ihre Gefühle und macht ihr einen Heiratsantrag. Doch in der Nacht vor der Hochzeit entdeckt Jane ein furchtbares Geheimnis: Im oberen Stockwerk des Hauses hält er seine wahnsinnig gewordene Frau versteckt. Die Entdeckung, dass der geliebte Mann Bigamie begehen wollte, stürzt Jane in tiefe Verzweiflung. Obwohl sie Rochester immer noch leidenschaftlich liebt, flieht sie und entschließt sich, ihren Vetter St. John Ives zu heiraten, der plant, als Missionar nach Indien zu gehen. Doch eines Nachts glaubt sie, Rochesters Stimme zu hören. Sie eilt nach Thronfield Hall – und muss ein zweites Mal Schreckliches erleben, bevor sich ihr Schicksal wendet.

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Brown, Rita Mae: Rubinroter Dschungel
Erstausgabe: 1978 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1987. ISBN: 3-499-12158-1 (lieferbar)
Der abenteuerliche Lebensweg der Heldin Molly Bolt führt von den ersten homo- und heterosexuellen Erlebnissen der Kindheit und Jugend bis zur Collegezeit, zum Abschluss an der Filmhochschule und zu den vergeblichen Versuchen, einen Job im Filmgeschäft zu finden. Molly schafft es trotz erstklassiger Leistungen und harten Kämpfen nicht, sich gegen ihre sexuelle Diskriminierung durchzusetzen.
Dieser Roman spiegelt Rita Mae Browns eigene Biographie wider.

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Cardinal, Marie: Schattenmund
Erstausgabe: 1975 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1979. ISBN: 3-499-14333-X (lieferbar)
Im Schattenmund erzählt Marie Cardinal die abenteuerliche Geschichte ihrer Analyse, die mit dreißig beginnt, als sie wegen ständiger Blutungen und Halluzinationen zu normalen Kontakten mit der Außenwelt nicht mehr fähig ist. Leidenschaftliche Anklagen brechen aus ihr hervor, gegen die scheinbar kaltherzige Mutter und eine erstarrte bürgerliche Gesellschaft. Nach sieben Jahren hat Marie Cardinal nicht nur ihre Krankheit überwunden, sondern auch zu sich selbst gefunden; aus dem menschlichen Wrack ist eine selbstbewusste, neugierige Frau geworden.
Marie Cardinal erzählt die Geschichte ihrer Psychoanalyse. Am Anfang hat sie schwere körperliche Beschwerden, kann nicht mehr aus dem Haus gehen und schämt sich. In der Therapie findet sie Gründe für diese Dinge und kann so wieder "normal" leben.

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Djebar, Assia: Frauen aus Algier
Erstausgabe: 1980 ; Zürich: Unionsverlag 2001. ISBN: 3-293-20147-4 (lieferbar)
Assia Djebar greift das Thema von den Frauen in Algerien auf, die in einer Ära des Umbruchs an den starren Traditionen zu zweifeln beginnen. „Sie fordert nicht zum Mitleiden heraus, sondern zum Handeln, auch wenn die Ohnmacht grenzenlos scheint“, beschreibt der Südwestrundfunk ihr Buch. Die Neue Züricher Zeitung schreibt: „Sie will nicht für oder über Frauen sprechen, sondern Sprachrohr sein für die eingesperrten Stimmen der Frauen von Algier.“

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Fredriksson, Marianne: Hannas Töchter
Erstausgabe: 1997 ; Frankfurt: Fischer 1999. ISBN: 3-596-14486-8 (lieferbar)
Marianne Fredriksson beschreibt in ihrem Generationenroman das Leben von drei Frauen einer Familie – Hanna, Johanna und Anna. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Enkelin Anna, die über das Leben ihrer Mutter Johanna und das Leben der Großmutter Hanna Nachforschungen anstellt. Die Großmutter lebte vor 100 Jahren als Frau eines Bauern in der schwedischen Provinz. Zwischen dem Leben der Enkelin und dem der Großmutter liegt die Veränderung einer ganzen Gesellschaft. Nebenbei veränderte sich auch das Leben der Frauen. Auch das ist Thema dieses Buches.

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French, Marilyn: Frauen
Erstausgabe: 1978 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1982. ISBN: 3-499-14954-0
Erzählt wird hier die Geschichte von Mia, einer ganz "normalen" jungen Frau. Anfänglich sieht man eine vielversprechende Studentin, die dann ihr Studium abbricht, um zu heiraten und Kinder aufzuziehen. Das Ganze passiert in einer typischen "saubere Häuser, saubere Gärten, saubere Familien"-Vorstadt-Idylle, die zerbricht, als der Gatte genug vom braven Weibchen hat und sich anderweitig orientiert. Mia muss sich nun wieder auf eigene Füße stellen, was für sie mit Anfang 40 erst einmal unmöglich erscheint. Sie muss sich durchbeißen und fängt irgendwann an, ihr neues Leben ohne alte Träume zu mögen.

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Frischmuth, Barbara: Die Klosterschule
Erstausgabe: 1968 ; Salzburg und Wien: Residenz Verlag 1982. ISBN: 3-7017-0192-X (lieferbar)
In kurzen, unverbunden nebeneinander stehenden Szenen wird kritisch dargestellt, wie in einer katholischen Internatsschule junge Mädchen erzogen werden. Der Alltag der Schülerinnen verdeutlicht, wie sie zu einem "Objekt männlicher Wunschvorstellung und Verfügungsgewalt" geformt werden. Raum für Individualität oder Phantasie bleibt nicht, das Entwickeln einer eigenen Identität ist nicht möglich.

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Hauptmann, Gaby: Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
Erstausgabe: 1996 ; München: Piper Verlag 1999. ISBN: 3-492-22896-8 (lieferbar)
Ursula ist soeben Witwe geworden, doch ihr Mann beherrscht sie noch über seinen Tod hinaus. Jeder neue Verehrer wird für den einst so eifersüchtigen Ehemann aus dem Weg geräumt. Erst als Ursula langsam hinter die Geheimnisse ihres verstorbenen Gatten kommt, löst sie sich und gewinnt die Macht über sich selbst zurück.

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Haushofer, Marlen: Die Wand
Erstausgabe:1968 ; München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1999. ISBN: 3-423-12597-7 (lieferbar)
Die namenlose Ich-Erzählerin wird auf einem Jagdausflug durch eine unsichtbare Wand von der (scheinbar leblosen) Außenwelt abgeschnitten, ist plötzlich auf sich allein gestellt. Ihr Alltag wird nun von ganz elementaren Dingen bestimmt, Beschaffung von Nahrung, Versorgung der Tiere, aber auch von Selbstzweifeln und Ängsten. Der alltägliche Überlebenskampf, ihre Gedanken, Herausforderungen, die Erfolge und Misserfolge werden eindringlich beschrieben.

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Jelinek, Elfriede: Die Klavierspielerin
Erstausgabe: 1983 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004. ISBN: 3-499-15812-4 (lieferbar)
Erika Kohut ist Ende dreißig und Klavierprofessorin am Wiener Konservatorium. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die ihre Tochter als Besitz betrachtet und ein System totaler Überwachung aufgebaut hat. Ihre Frustration über die gescheiterte Pianistenkarriere Erikas fördert eine Atmosphäre des Terrors. Erika reagiert vordergründig mit Anpassung und gibt die erlittenen Demütigungen an ihre Klavierschüler weiter. Mit Rasierklingen und Nadeln fügt sie sich selbst Verletzungen zu. Als der junge Walter Klemmer, einer ihrer Meisterschüler, das Abschirmsystem der Mutter durchbricht und Erika Avancen macht, reagiert sie zunächst mit abweisendem und erniedrigendem Verhalten. Nachdem sich Klemmer dadurch nicht abschrecken lässt, fordert sie ihn in einem Brief detailliert zu einem sadistischen Sexualverhalten ihr gegenüber auf. Um die eigene Position zu sichern, will Erika ihre Unterwerfung, die ihr in einer sexuellen Beziehung zu einem Mann unumgänglich erscheint, selbst inszenieren. Durch die Vorgabe der Regeln würde sie so zum eigentlich dominanten Teil des Paares. Allerdings hofft Erika auch darauf, dass sich Klemmer aus Liebe ihren Forderungen verweigern wird. Klemmer reagiert mit Unverständnis und Abscheu und wendet sich angewidert von ihr ab. Als es dennoch zu einer sexuellen Begegnung kommt, versagt Klemmer und sein Abscheu steigert sich zum Hass. Er schlägt Erika zusammen und lässt sie nach einer Vergewaltigung mit lapidaren guten Ratschlägen zurück. Zwischen Mord- und Versöhnungsabsichten schwankend, sucht Erika Klemmer auf. Als sie aus der Ferne seine unbeschwerte Fröhlichkeit beobachtet, sticht sie sich selbst mit einem Messer in die Schulter und geht blutend nach Hause zurück.

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Jong, Erica: Angst vorm Fliegen
Erstausgabe: 1973 ; München: Ullstein 2004. ISBN: 3-548-25841-7 (lieferbar)
Isodora Wing, eine 29-jährige amerikanische Schriftstellerin, reist mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Dr. Bennett Wing, nach Wien zu einem Psychoanalytikerkongress. In der Maschine, die sie trotz ihrer Flugangst bestiegen hat, sitzen 117 Psychoanalytiker, von denen sechs sie schon therapiert haben und der siebte ihr Ehemann ist. Den achten, Adrian, trifft sie in Wien und erkennt ihn als ihre »Traumnummer«, denn Isodora ist die Erfinderin des »Spontanficks« (zipless fuck) – der Vorstellung von einer rein körperlichen Liebe.
Die Begegnung mit Adrian ist der Ausgangspunkt für Isodoras Zerrissenheit zwischen Bennett, Adrian und sich selbst. Sie entscheidet sich zunächst für eine Europareise mit Adrian, um am Ende jedoch zu ihrem Ehemann zurückzukehren. Ob sie Bennett auf ihrem weiteren Weg als Gefährten wählt, bleibt offen. Entscheidend für sie ist, dass sie diese Möglichkeit der Wahl erkannt und angenommen hat.

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Kerschbaumer, Marie-Therese: Die Fremde
Erstausgabe: 1992 ; Klagenfurt und Salzburg: Wieser Verlag 1992. ISBN: 3-851-29063-1 (lieferbar)
Das Mädchen Barbarina wird als Tochter einer Österreicherin und eines Kubaners in Paris geboren. Vom Vater getrennt und wächst sie nun in einem Tiroler Bergdorf auf. Das dunkelhäutige Kind erfährt, was es bedeutet, in der Fremde zu leben, an einem Ort, der es nicht aufnimmt und seine Sprache nicht hört. Barbarina wird zur jungen Frau, sehnt sich nach der fernen Welt des Vaters, die ihr doch auch fremd ist. Diese Geschichte ist auch lesbar als eine Geschichte "unbehauster Frauen in einer allgegenwärtigen Männergesellschaft".

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Lavant; Christine: Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus
Erstausgabe: 1946 ; Salzburg: Otto Müller 2001. ISBN: 3-701-31031-9 (lieferbar)
Dieser Text, dessen Veröffentlichung Lavant zu Lebzeiten untersagte, entstand 1946 und beschreibt die verstörenden Wahrnehmungen einer Frau in einem Irrenhaus. Die Frau, die Trost und Ruhe sucht, findet alles andere als das, sie muss kämpfen und sich behaupten. Dabei sehnt sie den Wahn geradezu herbei, um sich darin einrichten zu können und nicht mehr über den Sinn eines "Später" nachdenken zu müssen. Ein Grund für ihr Leiden, aber eben nur einer, wird am Ende noch preisgegeben – die unerfüllte Liebe zu einem Arzt.
Die Autorin ließ sich nachweislich mit 20 Jahren nach einem Selbstmordversuch freiwillig in die Klagenfurter Landesirrenanstalt einweisen.

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Lessing, Doris: Das goldene Notizbuch
Erstausgabe: 1962 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2001. ISBN: 3-596-25396-9 (lieferbar)
Anna Wulf stammt aus Südafrika und lebt nun als Schriftstellerin in London. Mit Hilfe verschiedener Tagebücher verarbeitet sie ihre psychologische Krise. Jedes Tagebuch schildert dabei einen anderen Bereich ihres Lebens in den Jahren 1950 - 1957: Schwarz enthält die afrikanischen Erinnerungen, Rot ihr politisches Engagement in London, Gelb ihre literarischen Ideen und Blau ihr Alltagsleben.
Durch das Schreiben lernt Anna ihre Schwächen zu akzeptieren und führt die vier Bücher und somit ihre vier Identitäten zu einem Tagebuch, dem "Goldenen Notizbuch", zusammen.

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Leutenegger, Gertrud: Vorabend
Erstausgabe: 1975 ; Frankfurt : Suhrkamp 1975. ISBN: 3-518-37142-8 (lieferbar)
Gertrud Leuteneggers Roman „Vorabend“ beschreibt die Belastungen einer durch starke, ungeschriebene Gesetze geprägten Gesellschaft. In den Mittelpunkt stellt sie Frauen. Besonders sie müssen den Spagat zwischen dem privaten und dem öffentlichen Selbst bewerkstelligen.

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Lind, Hera : Das Superweib
Erstausgabe: 1994 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 1994. ISBN: 3-596-12227-9 (lieferbar)
Eigentlich ist Franziska Schauspielerin. Doch während ihr kreativer Gatte Wilhelm Großkötter in der Karibik Dreizehnteiler dreht, sitzt sie mit ihren kleinen Söhnen Franz und Willi zu Hause herum. Das ändert sich, als Franziska sich den Ehefrust von der Seele schreibt, das Manuskript auf Umwegen beim Frauen-mit-Pfiff-Verlag landet und daraus, wer hätte das gedacht, ein Bestseller wird. Franziska wird zur Erfolgsautorin Franka Zis, kauft für sich und ihre beiden Söhnchen ein Haus und reicht die Scheidung ein. Neben dem unheimlich praktischen Anwalt Enno Winkel treten noch andere interessante Männer in ihr Leben. Da kehrt der Ex-und- hopp-Gatte Großkötter aus der Karibik zurück, um den Roman einer gewissen Franka Zis zu verfilmen - nicht ahnend, daß es seine Ehe ist, die er auf Zelluloid bannen möchte.

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Mahmoody, Betty: Nicht ohne meine Tochter
Erstausgabe: 1990 ; Bergisch Gladbach: Lübbe Verlagsgruppe 2003. ISBN: 3-404-61130-6 (lieferbar)
Eine Amerikanerin heiratet einen iranischen Arzt, der sie und ihre kleine Tochter unter dem Vorwand eines Verwandtenbesuchs in seine Heimat lockt. Dort verändert sich ihr Ehemann und aus einem modernen und liebevollen Partner wird ein fanatischer Islamist, der das Land nicht mehr verlassen will. Seine Frau wird eingesperrt und die Tochter soll streng islamisch erzogen werden. Die Mutter beschließt mit ihrer Tochter zu flüchten.

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Noll, Ingrid: Die Häupter meiner Lieben
Erstausgabe: 1993 ; Zürich: Diogenes 1994. ISBN: 3-257-22726-4 (lieferbar)
Ingrid Noll ist eine der erfolgreichsten Kriminalautorin in Deutschland. Nicht selten sind die Hauptfiguren in ihren Büchern weiblich und mordlustig, so auch in „Die Häupter meiner Lieben“.
Die selbstbewussten Heldinnen Maya und Cora verbindet nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch ein gewisser Hang zum Morbiden und zum Kriminellen. Wer ihnen im Weg steht, lebt meistens nicht mehr sehr lange, dabei geschehen die Morde meist wie aus Versehen und im Vorübergehen.

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Pausch, Birgit: Die Verweigerung der Johanna Glauflügel
Erstausgabe: 1977 ; München: Langen-Müller-Herbig 2000. ISBN: 3-7844-2780-4 (lieferbar)
Johanna Glauflügel hat ein gut situiertes Leben vor sich. Als Ehefrau eines aufstrebenden jungen Arztes erlebt sie die Zeit der Studentenrevolten und gesellschaftlichen Umbrüchen in Deutschland. Aber sie nimmt nicht Teil an diesen Veränderung, sondern sie verharrt in Lethargie und wartet ab. Mit der zunehmenden Frustration wächst Johannas Verlangen nach Veränderung. Sie verlässt ihren Mann, gibt ihren Beruf als Krankenschwester auf und folgt ihrem Freund Dortrecht nach Italien. Die Verweigerung der Johanna Glauflügel besteht im Verzicht auf Konsum, in der Abneigung zu Massenmedien und im Überdenken von Idealen.

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Reichart, Elisabeth: Fotze
Erstausgabe: 1993 ; Salzburg: Otto Müller 1993. ISBN: 3-701-30868-3 (lieferbar)
Elisabeth Reichart schreibt in ihrer Erzählung sinnlich, scharf, illusionslos über die Rückkehr in eine Gegenwart, in der die Narben des Krieges, der Sexualität und der Zerstörung von Literatur neu aufgebrochen sind.
Der Vater verlässt das erste Haus und verbringt sein Leben damit, vier weitere Häuser zu bauen. Seine Tochter entdeckt an der Bunkermauer das verbotene Wort für ihr Geschlecht. Erst viel später begreift sie die Verbindung von Bauwut, Krieg, Sexualität und Wortsucht. Sie kehrt in die fünf Häuser ihrer Kindheit zurück, trifft auf die Mutter, die sich mit den toten Brüdern in eine Gruft zurückgezogen hat, auf die Schwestern, in deren naives Geschlechtsleben sie gewaltsam einzudringen versucht und auf die Erinnerung an den einzigen Mann, mit dem sie eine lustvolle Sexualität erlebt hat.

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Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand
Erstausgabe: 1974 ; Berlin: Aufbau-Verlag 1999. ISBN: 3-351-02852-0 (lieferbar)
Franziska Linkerhand erlebt als junge Architektin die Anfangsjahre in der DDR. Nach dem Studium geht sie nach Neustadt, um hier am Neubau von Wohnungen und einem Zentrum für die aufstrebende Industriestadt mitzuwirken. Rasch geraten ihre hochfliegenden Vorstellungen von einer innovativen, humanen, ästhetisch anspruchsvollen Architektur in Konflikt mit der nüchternen Realität im Planungsbüro. Brigitte Reimann beschreibt in ihrem einzigen Roman nicht nur den Alltag in der DDR der 60er Jahre, sondern auch ihr eigenes Leben. In ihrer kurzen Schaffenszeit, bedingt durch ihren frühen Tod 1973, wird sie neben Christa Wolf die wichtigste Schriftstellerin der DDR. In zahlreichen Tagebüchern und Briefwechseln, die nach ihrem Tod erschienen, schildert sie das Leben der Frauen in der sozialistischen Arbeitswelt und das „Zerriebenwerden“ zwischen den politischen und gesellschaftlichen Zwängen.

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Schreiner, Olive: Geschichte einer afrikanischen Farm
Erstausgabe: 1883 ; Zürich: Diogenes Verlag 2005. ISBN: 3-257-20885-5 (lieferbar)
Das harte Leben auf einer kleinen Farm in der südafrikanischen Karru, die noch härtere Emanzipation einer Frau in einer von Männern geprägten Welt: Der klassische Roman Südafrikas ist auch ein Klassiker der Frauenliteratur. (Die Welt)
Südafrika 1850. Auf einer kleinen Farm wachsen unter der Obhut der dicken Tant' Sannie drei elternlose Kinder heran: die bodenständige Em, die hübsche Lyndall und der verschlossene Waldo.
Als die herangewachsene Em ihren englischen Verlobten an Lyndall verliert, will diese ihn jedoch nicht und verläßt die Farm. Auch Waldo, der Em in treuer Liebe anhängt, geht fort. Doch Lydall ist es, die als einzige wirklich aus der archaischen Welt der Farm ausbricht, jede Bindung verweigert und schließlich daran zugrunde geht.
Die lose Romankonstruktion ist zusammengesetzt aus Briefpassagen, theologischen und philosophischen Diskursen, naturalistischen Detailbeobachtungen, realistischen Landschaftsschilderungen, Dialogen über Frauenrechte und Gleichberechtigung, sowie inneren Monologen über Gott.
Zum Zeitpunkt als der Roman erschien, herrschten starke Vorurteile gegenüber Schriftstellerinnen. Aus diesem Grund wurde Schreiners Debüt in London unter dem Pseudonym Ralph Iron veröffentlicht. Erst in der Auflage von 1987 gab Schreiner ihre wahre Identität preis.

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Schröder, Margot: Ich stehe meine Frau
Erstausgabe: 1975 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 1975. ISBN: 3-596-21617-6
Der Roman handelt von einer Mieterkampagne. Ein Fall von vielen wird herausgegriffen. Ein Schicksal in einer der zahllosen Trabantenstädte, wo Kinder Würstchenbude mit Hundekötteln in der Sandkiste spielen und es kein Zusammengehen von Mietern und Vermietern gibt. Wie auf die Initiative einer Mieterin der Kampf um einen Abenteuerspielplatz entbrennt, welcher Mittel sich der Arbeitnehmer bedienen kann, um Mitbestimmung zu erreichen, welche Anregungen und Erlebnisse weitervermittelt werden müssen und können, schildert hier eine Hausfrau aus eigenem Erfahrungsbereich.

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Schwaiger, Brigitte: Wie kommt das Salz ins Meer
Erstausgabe: 1977 ; München: Langen-Müller-Herbig 2000. ISBN: 3-7844-2780-4 (lieferbar)
Aus der Ich-Perspektive schildert die Autorin Brigitte Schwaiger in ihrem Roman das Leben einer jungen Frau. Auf dem Weg in die eigene Unabhängigkeit, die auch eine Trennung vom gutbürgerlichen Elternhaus bedeutet, muss sie sich zwischen ihrem Mann und ihrer Affäre entscheiden.
Beschrieben wird das Leben einer Frau, die ihr Leben von den Entscheidungen anderer abhängig macht und Rollenvorstellungen erfüllen muss. Der Roman ist 1977 erstmals erschienen und symbolisiert das Leben einer ganzen Generation von Frauen, die in den 50 Jahren geboren ist.

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Struck, Karin: Klassenliebe
Erstausgabe: 1973 ; Frankfurt: Suhrkamp 1973. ISBN: 3-518-10629-5 (lieferbar)
Strucks Erstlingswerk zählt zu den zentralen Werken der "Neuen Subjektivität". In rückhaltloser Offenheit berichtet die Autorin von weiblichen Nöten und schreckt dabei auch vor Themen wie Sexualität, Abtreibung und Schwangerschaft nicht zurück.

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Wolf, Christa: Kassandra
Erstausgabe: 1983 ; München: Luchterhand 2004. ISBN: 3-630-62073-6 (lieferbar)
1983 erscheint der Roman „Kassandra“. In Anlehnung an die griechische Mythologie thematisiert er den Konflikt zwischen der Machtausübung von Männern und den Frauen, die dieser Macht zum Opfer fallen.

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Woolf, Virginia: Ein Zimmer für sich allein
Erstausgabe: 1929 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2001. ISBN: 3-596-22116-1
„Ein Zimmer für sich allein“ ist in deutscher Übersetzung erst 1978 erschienen, entstand aber schon 1929. Dieses Buch dreht sich rund um das Thema Frauen und Literatur, eingebettet in die damaligen Verhältnisse und Zeiten. Das eigene Zimmer symbolisiert, das was Frauen brauchen, um künstlerisch tätig sein zu können: Ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistiger Unabhängigkeit.
Virginia Woolf trat mit diesem Essay als frühe Parteigängerin des Feminismus hervor.

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