Belletristik
Zusammengestellt und annotiert von Inke Bräuniger, Yvonne Gadczikowske,
Nicole Müller, Agnes Richter, Doreen Wangerin. Die zur Zeit der Erstellung
der Liste als lieferbar angezeigten Bücher sind vermerkt
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung
Erstausgabe: 1948 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2000. ISBN:
3-596-11041-6 (lieferbar)
Ein 15-jähriges Mädchen will ihrer Mutter in die Emigration
folgen, muss aber stattdessen bei der jüdischen Großmutter
bleiben. Sie ist „nur“ Halbjüdin. Als sich ihre Großmutter
aus Angst vor der Deportation das Leben nimmt und alle ihre Freunde verhaftet
werden, läuft sie durch die umkämpfte Stadt und wird durch eine
explodierende Granate zerrissen.
Der Roman erfüllte nicht die Erwartungen, die viele Menschen nach
dem Ende des Kriegs an die Literatur stellten. Statt Anklage und Abrechung
mit dem Hitler-Regime zu liefern, geht Aichinger auf die Ängste,
Demütigungen und Selbstanklagen der Opfer auf schockierende Weise
ein. Sie traute sich, ihre Erlebnisse niederzuschreiben, auch wenn die
Menschen zu diesem Zeitpunkt nichts lieber wollten als zu vergessen.
Allende, Isabell: Das Geisterhaus
Erstausgabe: 1982 ; Berlin: Ullstein Taschenbuch Verlag 2001. ISBN: 3-548-60004-2
(lieferbar)
Bei Allendes wohl bekanntestem Werk handelt es sich um eine Familiensaga
des 20. Jahrhunderts, in der die wechselhafte Geschichte des chilenischen
Patriarchen Esteban Trueba und der Frauen seines Hauses erzählt wird.
Übersinnliches wird mit den Erlebnissen der Personen verknüpft,
im Zentrum steht jedoch die Geschichte der ungewöhnlichen Frauen
aus vier Generationen. Großen Raum nehmen die Liebesgeschichten
der Protagonistinnen ein, aber auch die chilenische Geschichte.
Die Chronik der Familie entspricht zum Teil Allendes eigener Biografie,
so war beispielsweise der 1973 erschossene chilenische Präsident
Salvador Allende ihr Onkel.
Arnim, Bettina von: Die Günderode
Erstausgabe: 1835 ; München: Goldmann 1998. ISBN: 3-442-72284-5 (lieferbar)
1835 veröffentlichte Bettina von Arnim diesen Briefroman erstmals.
Er ist ein Zeugnis der Korrespondenz zwischen Bettina von Arnim und Karoline
von Günderode zwischen 1804 und 1806. Die zwei Frauen waren nicht
nur eng miteinander befreundet, sondern auch verbunden durch die Liebe
zur Literatur. Bereits 1804 veröffentlichte Karoline von Günderode
unter dem Pseudonym „Tian“ einen Gedichtband. Und Bettina
von Arnim sollte eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerin ihrer
Zeit werden. »Unser Zusammenleben war schön; es war die erste
Epoche, in der ich mich gewahr ward... Bei ihr lernte ich die ersten Bücher
mit Verstand lesen... « Bettina von Arnim über Karoline von
Günderode
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Atwood, Margaret: Die Räuberbraut
Erstausgabe: 1993 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2000. ISBN:
3-596-13168-5 (lieferbar)
„Die Räuberbraut“ ist die Geschichte einer Frau,
die ihre Mitmenschen benutzt. Sie lassen alles mit sich machen und
die „Räuberbraut“ kann ihre Schwächen hinterlistig
ausnutzen. Der Roman ist sehr weiblich, Männer sind eher sekundär.
Es werden verschiedene Facetten von Weiblichkeit gezeigt, in denen
sich jeder Leser zuweilen wiederfinden kann.
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Bachmann, Ingeborg: Malina
Erstausgabe: 1971 ; Frankfurt: Suhrkamp 2004. ISBN: 3-518-18856-9
(lieferbar)
In Ingeborg Bachmanns einzigen Roman beschreibt sie eine seltsame
Dreiecksbeziehung. Die Erzählerin steht zwischen den beiden Männern
Ivan und Malina. Ihre Liebe zu Ivan vollzieht noch einmal das herkömmliche
Abhängigkeitsverhältnis zum Mann. Mit Malina verbindet die
Erzählerin eine andere Art der Intimität, eine neue, noch
nicht verwirklichte Form der Liebe.
Malina erweist sich als der männliche Doppelgänger der Erzählerin.
Dieses dichterische Element ermöglichte es Ingeborg Bachmann,
Emotionen aus weiblicher und aus männlicher Sicht gleichermaßen
dazustellen.
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Belli, Gioconda: Bewohnte Frau
Erstausgabe: 1988 ; München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1991.
ISBN: 3-423-11345-6 (lieferbar)
Der Roman “Bewohnte Frau” spielt in Nicaragua zur Zeit
einer Diktatur. Lavinia ist eine junge Architektin, lebt in der Stadt
Faguas und entstammt der Oberschicht. Sie verliebt sich in Felipe,
ihren Kollegen. Als sie erfährt, dass Felipe Freiheitskämpfer
in der Nationalen Befreiungsfront ist, verändert sich ihr bislang
eher ruhiges Leben erheblich. Sie steht vor der Entscheidung, sich
der Wiederstandsbewegung anzuschließen oder das “alte”,
sichere Leben weiterzuführen. Das hieße, die Augen vor
Armut und Elend verschlossen zu halten. Lavinia entscheidet sich für
ein Leben als Widerstandskämpferin.
Die “Nationale Befreiungsbewegung” des Romans spielt auf
die “Sandinistische Befreiungsfront” FSLN an, die in Nicaragua
gegen die Diktatur Somozas gekämpft hat. Gioconda Belli war selbst
Mitglied der FSLN, und wer ihre Biographie kennt, wird einige Ähnlichkeiten
zwischen Lavinia und Gioconda feststellen können. Der Leser /
die Leserin erlebt die Suche einer Frau nach sich selbst und die Wirren
in einem Land, das unter einer Diktatur zu leiden hat.
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Böhlau, Helene: Halbtier!
Erstausgabe: 1899 ; Mellrichstadt: Turmhut-Verlag 2004. ISBN: 3-936084-42-4
(lieferbar)
Die Hauptperson Isolde verliebt sich in einen Künstler, für
den sie auch Akt steht. Als Frau wird sie aber von ihm zurückgewiesen.
Statt dessen heiratet er Isoldes Schwester, die ein angepasstes und
typisches Frauenbild abgibt. Isolde fühlt sich erniedrigt und
verletzt. Später wird Isolde selbst eine geschätzte Künstlerin.
Als ihr Schwager versucht, sie zu vergewaltigen, eskaliert die Situation,
Isolde erschießt den Mann und wählt dann den Freitod.
Einer der umstrittensten Romane aus dem Kontext der frühen Frauenbewegungen.
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Brantenberg, Gert: Die Töchter Egalias
Erstausgabe: 1979 ; München: Verlag Frauenoffensive 2001. ISBN:
3-881-04163-X (lieferbar)
Der Roman “Die Töchter Egalias“ handelt von der Rollenverteilung
der Geschlechter, die hier aber einmal andersherum betrachtet wird.
In einer utopischen Gesellschaft herrschen die Frauen über die
Männer.
Dieses Buch ist für jeden geeignet, der sich einmal die Zeit
nimmt, über eben diese Rollenverteilung nachzudenken und bietet
zusätzlich einige heitere Momente beim Lesen. Es ist genauso
gut für den Mann, wie auch für die Frau geeignet, die droht,
am heimischen Herd zu veröden.
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Bronté, Charlotte: Jane Eyre
Erstausgabe / Erstveröffentlichung: 1847 ; Frankfurt: Insel-Verlag
2004. ISBN: 3-458-34708-9 (lieferbar)
Jane Eyre, früh verwaist und arm, nimmt mit achtzehn Jahren eine
Stelle als Hauslehrerin auf Thornfield Hall an, wo sie Adele, die
uneheliche Tochter des Hausherrn, betreut. Zu ihm, dem düsteren,
jähzornigen Edward Rochester, fühlt sie sich bald hingezogen.
Rochester, von Janes Aufrichtigkeit, Intelligenz und Mut tief beeindruckt,
erwidert ihre Gefühle und macht ihr einen Heiratsantrag. Doch
in der Nacht vor der Hochzeit entdeckt Jane ein furchtbares Geheimnis:
Im oberen Stockwerk des Hauses hält er seine wahnsinnig gewordene
Frau versteckt. Die Entdeckung, dass der geliebte Mann Bigamie begehen
wollte, stürzt Jane in tiefe Verzweiflung. Obwohl sie Rochester
immer noch leidenschaftlich liebt, flieht sie und entschließt
sich, ihren Vetter St. John Ives zu heiraten, der plant, als Missionar
nach Indien zu gehen. Doch eines Nachts glaubt sie, Rochesters Stimme
zu hören. Sie eilt nach Thronfield Hall – und muss ein
zweites Mal Schreckliches erleben, bevor sich ihr Schicksal wendet.
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Brown, Rita Mae: Rubinroter Dschungel
Erstausgabe: 1978 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1987. ISBN:
3-499-12158-1 (lieferbar)
Der abenteuerliche Lebensweg der Heldin Molly Bolt führt von
den ersten homo- und heterosexuellen Erlebnissen der Kindheit und
Jugend bis zur Collegezeit, zum Abschluss an der Filmhochschule und
zu den vergeblichen Versuchen, einen Job im Filmgeschäft zu finden.
Molly schafft es trotz erstklassiger Leistungen und harten Kämpfen
nicht, sich gegen ihre sexuelle Diskriminierung durchzusetzen.
Dieser Roman spiegelt Rita Mae Browns eigene Biographie wider.
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Cardinal, Marie: Schattenmund
Erstausgabe: 1975 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1979. ISBN:
3-499-14333-X (lieferbar)
Im Schattenmund erzählt Marie Cardinal die abenteuerliche Geschichte
ihrer Analyse, die mit dreißig beginnt, als sie wegen ständiger
Blutungen und Halluzinationen zu normalen Kontakten mit der Außenwelt
nicht mehr fähig ist. Leidenschaftliche Anklagen brechen aus
ihr hervor, gegen die scheinbar kaltherzige Mutter und eine erstarrte
bürgerliche Gesellschaft. Nach sieben Jahren hat Marie Cardinal
nicht nur ihre Krankheit überwunden, sondern auch zu sich selbst
gefunden; aus dem menschlichen Wrack ist eine selbstbewusste, neugierige
Frau geworden.
Marie Cardinal erzählt die Geschichte ihrer Psychoanalyse. Am
Anfang hat sie schwere körperliche Beschwerden, kann nicht mehr
aus dem Haus gehen und schämt sich. In der Therapie findet sie
Gründe für diese Dinge und kann so wieder "normal"
leben.
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Djebar, Assia: Frauen aus Algier
Erstausgabe: 1980 ; Zürich: Unionsverlag 2001. ISBN: 3-293-20147-4
(lieferbar)
Assia Djebar greift das Thema von den Frauen in Algerien auf, die
in einer Ära des Umbruchs an den starren Traditionen zu zweifeln
beginnen. „Sie fordert nicht zum Mitleiden heraus, sondern zum
Handeln, auch wenn die Ohnmacht grenzenlos scheint“, beschreibt
der Südwestrundfunk ihr Buch. Die Neue Züricher Zeitung
schreibt: „Sie will nicht für oder über Frauen sprechen,
sondern Sprachrohr sein für die eingesperrten Stimmen der Frauen
von Algier.“
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Fredriksson, Marianne: Hannas Töchter
Erstausgabe: 1997 ; Frankfurt: Fischer 1999. ISBN: 3-596-14486-8 (lieferbar)
Marianne Fredriksson beschreibt in ihrem Generationenroman das Leben
von drei Frauen einer Familie – Hanna, Johanna und Anna. Erzählt
wird die Geschichte aus der Perspektive der Enkelin Anna, die über
das Leben ihrer Mutter Johanna und das Leben der Großmutter
Hanna Nachforschungen anstellt. Die Großmutter lebte vor 100
Jahren als Frau eines Bauern in der schwedischen Provinz. Zwischen
dem Leben der Enkelin und dem der Großmutter liegt die Veränderung
einer ganzen Gesellschaft. Nebenbei veränderte sich auch das
Leben der Frauen. Auch das ist Thema dieses Buches.
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French, Marilyn: Frauen
Erstausgabe: 1978 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1982. ISBN:
3-499-14954-0
Erzählt wird hier die Geschichte von Mia, einer ganz "normalen"
jungen Frau. Anfänglich sieht man eine vielversprechende Studentin,
die dann ihr Studium abbricht, um zu heiraten und Kinder aufzuziehen.
Das Ganze passiert in einer typischen "saubere Häuser, saubere
Gärten, saubere Familien"-Vorstadt-Idylle, die zerbricht,
als der Gatte genug vom braven Weibchen hat und sich anderweitig orientiert.
Mia muss sich nun wieder auf eigene Füße stellen, was für
sie mit Anfang 40 erst einmal unmöglich erscheint. Sie muss sich
durchbeißen und fängt irgendwann an, ihr neues Leben ohne
alte Träume zu mögen.
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Frischmuth, Barbara: Die Klosterschule
Erstausgabe: 1968 ; Salzburg und Wien: Residenz Verlag 1982. ISBN:
3-7017-0192-X (lieferbar)
In kurzen, unverbunden nebeneinander stehenden Szenen wird kritisch
dargestellt, wie in einer katholischen Internatsschule junge Mädchen
erzogen werden. Der Alltag der Schülerinnen verdeutlicht, wie
sie zu einem "Objekt männlicher Wunschvorstellung und Verfügungsgewalt"
geformt werden. Raum für Individualität oder Phantasie bleibt
nicht, das Entwickeln einer eigenen Identität ist nicht möglich.
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Hauptmann, Gaby: Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
Erstausgabe: 1996 ; München: Piper Verlag 1999. ISBN:
3-492-22896-8 (lieferbar)
Ursula ist soeben Witwe geworden, doch ihr Mann beherrscht sie noch
über seinen Tod hinaus. Jeder neue Verehrer wird für den
einst so eifersüchtigen Ehemann aus dem Weg geräumt. Erst
als Ursula langsam hinter die Geheimnisse ihres verstorbenen Gatten
kommt, löst sie sich und gewinnt die Macht über sich selbst
zurück.
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Haushofer, Marlen: Die Wand
Erstausgabe:1968 ; München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1999.
ISBN: 3-423-12597-7 (lieferbar)
Die namenlose Ich-Erzählerin wird auf einem Jagdausflug durch
eine unsichtbare Wand von der (scheinbar leblosen) Außenwelt
abgeschnitten, ist plötzlich auf sich allein gestellt. Ihr Alltag
wird nun von ganz elementaren Dingen bestimmt, Beschaffung von Nahrung,
Versorgung der Tiere, aber auch von Selbstzweifeln und Ängsten.
Der alltägliche Überlebenskampf, ihre Gedanken, Herausforderungen,
die Erfolge und Misserfolge werden eindringlich beschrieben.
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Jelinek, Elfriede: Die Klavierspielerin
Erstausgabe: 1983 ; Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004. ISBN:
3-499-15812-4 (lieferbar)
Erika Kohut ist Ende dreißig und Klavierprofessorin am Wiener
Konservatorium. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die ihre Tochter
als Besitz betrachtet und ein System totaler Überwachung aufgebaut
hat. Ihre Frustration über die gescheiterte Pianistenkarriere
Erikas fördert eine Atmosphäre des Terrors. Erika reagiert
vordergründig mit Anpassung und gibt die erlittenen Demütigungen
an ihre Klavierschüler weiter. Mit Rasierklingen und Nadeln fügt
sie sich selbst Verletzungen zu. Als der junge Walter Klemmer, einer
ihrer Meisterschüler, das Abschirmsystem der Mutter durchbricht
und Erika Avancen macht, reagiert sie zunächst mit abweisendem
und erniedrigendem Verhalten. Nachdem sich Klemmer dadurch nicht abschrecken
lässt, fordert sie ihn in einem Brief detailliert zu einem sadistischen
Sexualverhalten ihr gegenüber auf. Um die eigene Position zu
sichern, will Erika ihre Unterwerfung, die ihr in einer sexuellen
Beziehung zu einem Mann unumgänglich erscheint, selbst inszenieren.
Durch die Vorgabe der Regeln würde sie so zum eigentlich dominanten
Teil des Paares. Allerdings hofft Erika auch darauf, dass sich Klemmer
aus Liebe ihren Forderungen verweigern wird. Klemmer reagiert mit
Unverständnis und Abscheu und wendet sich angewidert von ihr
ab. Als es dennoch zu einer sexuellen Begegnung kommt, versagt Klemmer
und sein Abscheu steigert sich zum Hass. Er schlägt Erika zusammen
und lässt sie nach einer Vergewaltigung mit lapidaren guten Ratschlägen
zurück. Zwischen Mord- und Versöhnungsabsichten schwankend,
sucht Erika Klemmer auf. Als sie aus der Ferne seine unbeschwerte
Fröhlichkeit beobachtet, sticht sie sich selbst mit einem Messer
in die Schulter und geht blutend nach Hause zurück.
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Jong, Erica: Angst vorm Fliegen
Erstausgabe: 1973 ; München: Ullstein 2004. ISBN: 3-548-25841-7
(lieferbar)
Isodora Wing, eine 29-jährige amerikanische Schriftstellerin,
reist mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Dr. Bennett Wing, nach
Wien zu einem Psychoanalytikerkongress. In der Maschine, die sie trotz
ihrer Flugangst bestiegen hat, sitzen 117 Psychoanalytiker, von denen
sechs sie schon therapiert haben und der siebte ihr Ehemann ist. Den
achten, Adrian, trifft sie in Wien und erkennt ihn als ihre »Traumnummer«,
denn Isodora ist die Erfinderin des »Spontanficks« (zipless
fuck) – der Vorstellung von einer rein körperlichen Liebe.
Die Begegnung mit Adrian ist der Ausgangspunkt für Isodoras Zerrissenheit
zwischen Bennett, Adrian und sich selbst. Sie entscheidet sich zunächst
für eine Europareise mit Adrian, um am Ende jedoch zu ihrem Ehemann
zurückzukehren. Ob sie Bennett auf ihrem weiteren Weg als Gefährten
wählt, bleibt offen. Entscheidend für sie ist, dass sie
diese Möglichkeit der Wahl erkannt und angenommen hat.
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Kerschbaumer, Marie-Therese: Die Fremde
Erstausgabe: 1992 ; Klagenfurt und Salzburg: Wieser Verlag 1992. ISBN:
3-851-29063-1 (lieferbar)
Das Mädchen Barbarina wird als Tochter einer Österreicherin
und eines Kubaners in Paris geboren. Vom Vater getrennt und wächst
sie nun in einem Tiroler Bergdorf auf. Das dunkelhäutige Kind
erfährt, was es bedeutet, in der Fremde zu leben, an einem Ort,
der es nicht aufnimmt und seine Sprache nicht hört. Barbarina
wird zur jungen Frau, sehnt sich nach der fernen Welt des Vaters,
die ihr doch auch fremd ist. Diese Geschichte ist auch lesbar als
eine Geschichte "unbehauster Frauen in einer allgegenwärtigen
Männergesellschaft".
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Lavant; Christine: Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus
Erstausgabe: 1946 ; Salzburg: Otto Müller 2001. ISBN: 3-701-31031-9
(lieferbar)
Dieser Text, dessen Veröffentlichung Lavant zu Lebzeiten untersagte,
entstand 1946 und beschreibt die verstörenden Wahrnehmungen einer
Frau in einem Irrenhaus. Die Frau, die Trost und Ruhe sucht, findet
alles andere als das, sie muss kämpfen und sich behaupten. Dabei
sehnt sie den Wahn geradezu herbei, um sich darin einrichten zu können
und nicht mehr über den Sinn eines "Später" nachdenken
zu müssen. Ein Grund für ihr Leiden, aber eben nur einer,
wird am Ende noch preisgegeben – die unerfüllte Liebe zu
einem Arzt.
Die Autorin ließ sich nachweislich mit 20 Jahren nach einem
Selbstmordversuch freiwillig in die Klagenfurter Landesirrenanstalt
einweisen.
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Lessing, Doris: Das goldene Notizbuch
Erstausgabe: 1962 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2001. ISBN:
3-596-25396-9 (lieferbar)
Anna Wulf stammt aus Südafrika und lebt nun als Schriftstellerin
in London. Mit Hilfe verschiedener Tagebücher verarbeitet sie
ihre psychologische Krise. Jedes Tagebuch schildert dabei einen anderen
Bereich ihres Lebens in den Jahren 1950 - 1957: Schwarz enthält
die afrikanischen Erinnerungen, Rot ihr politisches Engagement in
London, Gelb ihre literarischen Ideen und Blau ihr Alltagsleben.
Durch das Schreiben lernt Anna ihre Schwächen zu akzeptieren
und führt die vier Bücher und somit ihre vier Identitäten
zu einem Tagebuch, dem "Goldenen Notizbuch", zusammen.
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Leutenegger, Gertrud: Vorabend
Erstausgabe: 1975 ; Frankfurt : Suhrkamp 1975. ISBN: 3-518-37142-8
(lieferbar)
Gertrud Leuteneggers Roman „Vorabend“ beschreibt die Belastungen
einer durch starke, ungeschriebene Gesetze geprägten Gesellschaft.
In den Mittelpunkt stellt sie Frauen. Besonders sie müssen den
Spagat zwischen dem privaten und dem öffentlichen Selbst bewerkstelligen.
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Lind, Hera : Das Superweib
Erstausgabe: 1994 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 1994. ISBN:
3-596-12227-9 (lieferbar)
Eigentlich ist Franziska Schauspielerin. Doch während ihr kreativer
Gatte Wilhelm Großkötter in der Karibik Dreizehnteiler
dreht, sitzt sie mit ihren kleinen Söhnen Franz und Willi zu
Hause herum. Das ändert sich, als Franziska sich den Ehefrust
von der Seele schreibt, das Manuskript auf Umwegen beim Frauen-mit-Pfiff-Verlag
landet und daraus, wer hätte das gedacht, ein Bestseller wird.
Franziska wird zur Erfolgsautorin Franka Zis, kauft für sich
und ihre beiden Söhnchen ein Haus und reicht die Scheidung ein.
Neben dem unheimlich praktischen Anwalt Enno Winkel treten noch andere
interessante Männer in ihr Leben. Da kehrt der Ex-und- hopp-Gatte
Großkötter aus der Karibik zurück, um den Roman einer
gewissen Franka Zis zu verfilmen - nicht ahnend, daß es seine
Ehe ist, die er auf Zelluloid bannen möchte.
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Mahmoody, Betty: Nicht ohne meine Tochter
Erstausgabe: 1990 ; Bergisch Gladbach: Lübbe Verlagsgruppe 2003.
ISBN: 3-404-61130-6 (lieferbar)
Eine Amerikanerin heiratet einen iranischen Arzt, der sie und ihre
kleine Tochter unter dem Vorwand eines Verwandtenbesuchs in seine
Heimat lockt. Dort verändert sich ihr Ehemann und aus einem modernen
und liebevollen Partner wird ein fanatischer Islamist, der das Land
nicht mehr verlassen will. Seine Frau wird eingesperrt und die Tochter
soll streng islamisch erzogen werden. Die Mutter beschließt
mit ihrer Tochter zu flüchten.
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Noll, Ingrid: Die Häupter meiner Lieben
Erstausgabe: 1993 ; Zürich: Diogenes 1994. ISBN: 3-257-22726-4
(lieferbar)
Ingrid Noll ist eine der erfolgreichsten Kriminalautorin in Deutschland.
Nicht selten sind die Hauptfiguren in ihren Büchern weiblich
und mordlustig, so auch in „Die Häupter meiner Lieben“.
Die selbstbewussten Heldinnen Maya und Cora verbindet nicht nur eine
innige Freundschaft, sondern auch ein gewisser Hang zum Morbiden und
zum Kriminellen. Wer ihnen im Weg steht, lebt meistens nicht mehr
sehr lange, dabei geschehen die Morde meist wie aus Versehen und im
Vorübergehen.
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Pausch, Birgit: Die Verweigerung der Johanna Glauflügel
Erstausgabe: 1977 ; München: Langen-Müller-Herbig 2000.
ISBN: 3-7844-2780-4 (lieferbar)
Johanna Glauflügel hat ein gut situiertes Leben vor sich. Als
Ehefrau eines aufstrebenden jungen Arztes erlebt sie die Zeit der
Studentenrevolten und gesellschaftlichen Umbrüchen in Deutschland.
Aber sie nimmt nicht Teil an diesen Veränderung, sondern sie
verharrt in Lethargie und wartet ab. Mit der zunehmenden Frustration
wächst Johannas Verlangen nach Veränderung. Sie verlässt
ihren Mann, gibt ihren Beruf als Krankenschwester auf und folgt ihrem
Freund Dortrecht nach Italien. Die Verweigerung der Johanna Glauflügel
besteht im Verzicht auf Konsum, in der Abneigung zu Massenmedien und
im Überdenken von Idealen.
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Reichart, Elisabeth: Fotze
Erstausgabe: 1993 ; Salzburg: Otto Müller 1993. ISBN: 3-701-30868-3
(lieferbar)
Elisabeth Reichart schreibt in ihrer Erzählung sinnlich, scharf,
illusionslos über die Rückkehr in eine Gegenwart, in der
die Narben des Krieges, der Sexualität und der Zerstörung
von Literatur neu aufgebrochen sind.
Der Vater verlässt das erste Haus und verbringt sein Leben damit,
vier weitere Häuser zu bauen. Seine Tochter entdeckt an der Bunkermauer
das verbotene Wort für ihr Geschlecht. Erst viel später
begreift sie die Verbindung von Bauwut, Krieg, Sexualität und
Wortsucht. Sie kehrt in die fünf Häuser ihrer Kindheit zurück,
trifft auf die Mutter, die sich mit den toten Brüdern in eine
Gruft zurückgezogen hat, auf die Schwestern, in deren naives
Geschlechtsleben sie gewaltsam einzudringen versucht und auf die Erinnerung
an den einzigen Mann, mit dem sie eine lustvolle Sexualität erlebt
hat.
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Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand
Erstausgabe: 1974 ; Berlin: Aufbau-Verlag 1999. ISBN: 3-351-02852-0
(lieferbar)
Franziska Linkerhand erlebt als junge Architektin die Anfangsjahre
in der DDR. Nach dem Studium geht sie nach Neustadt, um hier am Neubau
von Wohnungen und einem Zentrum für die aufstrebende Industriestadt
mitzuwirken. Rasch geraten ihre hochfliegenden Vorstellungen von einer
innovativen, humanen, ästhetisch anspruchsvollen Architektur
in Konflikt mit der nüchternen Realität im Planungsbüro.
Brigitte Reimann beschreibt in ihrem einzigen Roman nicht nur den
Alltag in der DDR der 60er Jahre, sondern auch ihr eigenes Leben.
In ihrer kurzen Schaffenszeit, bedingt durch ihren frühen Tod
1973, wird sie neben Christa Wolf die wichtigste Schriftstellerin
der DDR. In zahlreichen Tagebüchern und Briefwechseln, die nach
ihrem Tod erschienen, schildert sie das Leben der Frauen in der sozialistischen
Arbeitswelt und das „Zerriebenwerden“ zwischen den politischen
und gesellschaftlichen Zwängen.
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Schreiner, Olive: Geschichte einer afrikanischen Farm
Erstausgabe: 1883 ; Zürich: Diogenes Verlag 2005. ISBN: 3-257-20885-5
(lieferbar)
Das harte Leben auf einer kleinen Farm in der südafrikanischen
Karru, die noch härtere Emanzipation einer Frau in einer von
Männern geprägten Welt: Der klassische Roman Südafrikas
ist auch ein Klassiker der Frauenliteratur. (Die Welt)
Südafrika 1850. Auf einer kleinen Farm wachsen unter der Obhut
der dicken Tant' Sannie drei elternlose Kinder heran: die bodenständige
Em, die hübsche Lyndall und der verschlossene Waldo.
Als die herangewachsene Em ihren englischen Verlobten an Lyndall verliert,
will diese ihn jedoch nicht und verläßt die Farm. Auch
Waldo, der Em in treuer Liebe anhängt, geht fort. Doch Lydall
ist es, die als einzige wirklich aus der archaischen Welt der Farm
ausbricht, jede Bindung verweigert und schließlich daran zugrunde
geht.
Die lose Romankonstruktion ist zusammengesetzt aus Briefpassagen,
theologischen und philosophischen Diskursen, naturalistischen Detailbeobachtungen,
realistischen Landschaftsschilderungen, Dialogen über Frauenrechte
und Gleichberechtigung, sowie inneren Monologen über Gott.
Zum Zeitpunkt als der Roman erschien, herrschten starke Vorurteile
gegenüber Schriftstellerinnen. Aus diesem Grund wurde Schreiners
Debüt in London unter dem Pseudonym Ralph Iron veröffentlicht.
Erst in der Auflage von 1987 gab Schreiner ihre wahre Identität
preis.
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Schröder, Margot: Ich stehe meine Frau
Erstausgabe: 1975 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 1975. ISBN:
3-596-21617-6
Der Roman handelt von einer Mieterkampagne. Ein Fall von vielen wird herausgegriffen.
Ein Schicksal in einer der zahllosen Trabantenstädte, wo Kinder Würstchenbude
mit Hundekötteln in der Sandkiste spielen und es kein Zusammengehen
von Mietern und Vermietern gibt. Wie auf die Initiative einer Mieterin
der Kampf um einen Abenteuerspielplatz entbrennt, welcher Mittel sich
der Arbeitnehmer bedienen kann, um Mitbestimmung zu erreichen, welche
Anregungen und Erlebnisse weitervermittelt werden müssen und können,
schildert hier eine Hausfrau aus eigenem Erfahrungsbereich.
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Schwaiger, Brigitte: Wie kommt das Salz ins Meer
Erstausgabe: 1977 ; München: Langen-Müller-Herbig 2000.
ISBN: 3-7844-2780-4 (lieferbar)
Aus der Ich-Perspektive schildert die Autorin Brigitte Schwaiger in
ihrem Roman das Leben einer jungen Frau. Auf dem Weg in die eigene
Unabhängigkeit, die auch eine Trennung vom gutbürgerlichen
Elternhaus bedeutet, muss sie sich zwischen ihrem Mann und ihrer Affäre
entscheiden.
Beschrieben wird das Leben einer Frau, die ihr Leben von den Entscheidungen
anderer abhängig macht und Rollenvorstellungen erfüllen
muss. Der Roman ist 1977 erstmals erschienen und symbolisiert das
Leben einer ganzen Generation von Frauen, die in den 50 Jahren geboren
ist.
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Struck, Karin: Klassenliebe
Erstausgabe: 1973 ; Frankfurt: Suhrkamp 1973. ISBN: 3-518-10629-5 (lieferbar)
Strucks Erstlingswerk zählt zu den zentralen Werken der "Neuen
Subjektivität". In rückhaltloser Offenheit berichtet die
Autorin von weiblichen Nöten und schreckt dabei auch vor Themen wie
Sexualität, Abtreibung und Schwangerschaft nicht zurück.
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Wolf, Christa: Kassandra
Erstausgabe: 1983 ; München: Luchterhand 2004. ISBN: 3-630-62073-6
(lieferbar)
1983 erscheint der Roman „Kassandra“. In Anlehnung an
die griechische Mythologie thematisiert er den Konflikt zwischen der
Machtausübung von Männern und den Frauen, die dieser Macht
zum Opfer fallen.
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Woolf, Virginia: Ein Zimmer für sich allein
Erstausgabe: 1929 ; Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag 2001. ISBN:
3-596-22116-1
„Ein Zimmer für sich allein“ ist in deutscher Übersetzung
erst 1978 erschienen, entstand aber schon 1929. Dieses Buch dreht sich
rund um das Thema Frauen und Literatur, eingebettet in die damaligen Verhältnisse
und Zeiten. Das eigene Zimmer symbolisiert, das was Frauen brauchen, um
künstlerisch tätig sein zu können: Ein gewisses Maß
an finanzieller, vor allem aber geistiger Unabhängigkeit.
Virginia Woolf trat mit diesem Essay als frühe Parteigängerin
des Feminismus hervor. |