Vorstellung der Arbeitsgruppen und Themenblöcke

Alphabetisierung: Geschichte, Vision und Realität

Das Thema wurden aufgeteilt in die Blöcke „Geschichte des weiblichen Lesens“ und „Alphabetisierung“. In der „Geschichte des weiblichen Lesens“ wird die Entwicklung der Alphabetisierung von Frauen chronologisch vom Mittelalter bis zum 20.Jahrhundert aufgezeigt. Um den Leser einen übersichtlichen und kompakten Eindruck zu vermitteln, wurde der Text wie folgt gegliedert:

  • Die Anfänge // Am Anfang stand das Wort
  • Der Lauf des Lesens // Der Widerstand gegen eine freie Frauenbildung im 17.Jahrhundert / Der Wandel im 18.Jahrhundert / Neue Mediensituation im 19.Jahrhundert
  • Heute // Vom Leser zum Medienrezipienten im 20.Jahrhundert

Zusätzlich wurde eine detaillierte und bebilderte Beschreibung der Entwicklung des Leseverhaltens angefangen im 15.Jahrhundert erstellt.

Die Arbeitsgruppe zum Themenblock „Alphabetisierung“ erarbeitete folgende Ergebnisse:

Viele Organisationen, darunter auch die UNESCO, befassen sich mit dem Thema der Alphabetisierung. Die internationale Alphabetisierungsarbeit zielt vor allem auf politische Maßnahmen zur Reduzierung des Analphabetismus, die Entwicklung von geeigneten Lehr- und Lernmaterialien und die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Lehrern. Für die UNESCO ist die Bildung der Schlüssel für nachhaltige menschliche Entwicklung und für die Überwindung von Armut. Die Gründe für die immer noch hohen Defizite in der Grundbildung und Alphabetisierung liegen unter anderem in fehlender Demokratisierung und Professionalisierung von Bildungspolitik und Bildungsangeboten und in der aktiven Verweigerung der Bildungsrechte für Mädchen und Frauen (vgl. www.unesco.de).
Um einen Eindruck zu bekommen, wie die Programme aufgebaut sind, werden verschiedene Ansätze dargestellt: Die Literacy Decade, Alphabetisierungsprogramme im Kosovo, in Uganda und in Industriestaaten

PISA-Studie – geschlechtspezifisch.

Einer der Gründe für die Bearbeitung dieses Thema war, dass es in unserem Studiengang Mediendokumentation viel mehr weibliche als männliche Studierende gibt. Ist unser Studiengang also „weiblich“? Gibt es überhaupt „weibliche“ bzw. „männliche“ Studiengänge? Schaffen das Abitur mehr Mädchen als Jungs? Die Antworten hat uns mehr oder weniger die PISA-Studie geliefert. Die Mädchen wollen einfach feste Positionen im Berufsleben erobern. Sie wollen auf der gleichen Stufe mit Männern sein. Um ihr Ziel zu erreichen, lernen sie fleißiger?? in der Schule. Sie achten mehr auf die Noten, lesen mehr und lieber als Jungen.
Gründliche Recherche und Faktenanalyse haben uns dazu geführt, dass es geschichtlich und historisch veranlasst ist, dass die emanzipatorische Bewegung der 80er Jahre heute eine solche Auswirkung auf die Ergebnisse der letzten PISA-Studie hat. In unserer Arbeit zeigen wir auf, wie sich die Ergebnisse nach Geschlecht unterscheiden. Lesen die Schülerinnen mehr als die Schüler? Warum wollen die Mädchen es „schaffen“? Dabei sollen nicht bloße Fakten aufgezäht werden, vielmehr soll ein Überblick über die Ergebnisse der PISA-Studie 2003 verschafft werden.

Leseförderung – eine Bestandsaufnahme

In diesem Teil des Gesamtprojektes soll es vorrangig darum gehen, verschiedene Möglichkeiten der Leseförderung im einzelnen vorzustellen, mit dem Ziel die unterschiedlichen Facetten dieses umfangreichen Themenfeldes aufzuzeigen.
Dazu werden zunächst verschiedene Studien vorgestellt, welche die Unterschiede im Leseverhalten von Jungen und Mädchen, und die Notwendigkeit von entsprechenden Leseförderungsmaßnahmen verdeutlichen sollen. Weiterhin werden verschiedene Ansätze aufgezeigt, wie mit diesem Thema umgegangen werden kann. Zuerst werden die Aspekte Familie, Kindergarten und Schule näher unter die Lupe genommen, das heißt es wird untersucht, welche Bedeutung das Lesen und die Leseerziehung im Leben von Jungen und Mädchen einnimmt. Daran anknüpfend wird ein Modellprojekt zur Leseförderung in Kindergärten vorgestellt. Um auch international einen Einblick in das Thema zu erhalten, werden diverse internat??ionale Leseförderungsprogramme dargestellt und erläutert. Letztendlich wird noch untersucht, in wie weit das Lesen als Möglichkeit zur Integration von Ausländern genutzt werden kann. Alles in allem bieten wir Ihnen einen weitgefächerten Überblick zum Thema Leseförderung.

Lesende Frauen in der Malerei

Wie haben Maler das Thema Lesende Frau im Laufe der Jahrhunderte umgesetzt? Können aus Veränderungen in der Darstellungsweise Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte des weiblichen Lesen gezogen werden? Diese Fragestellungen machte sich unsere Projektgruppe zum Konzept der Arbeit. Nach Vorrecherchen im Internet entschieden wir uns für einen exemplarischen Ausschnitt, da Vollständigkeit nicht gegeben werden konnte: Die lesende Frau war und ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Thema, was zur Selektion zwingt. Unsere Auswahl umfasst sechs Werke international bekannter Künstler, deren Schaffen auch die Lesekultur der Frau erfasste: van Weyden, di Cosimo, Rembrandt, Fragonard, Renoir und Picasso; ein Querschnitt durch 6 Jahrhunderte.
Die bei der Untersuchung festgestellte veränderte Darstellung lesender Frauen im Laufe der Epochen erlaubte uns Rückschlüsse auf die Geschichte des weiblichen Lesens.

Lesende Frauen in der Literatur

Bücher eröffnen dem Lesenden eine gänzlich neue, phantasievolle Welt. Gerade weibliche Leserinnen haben sich im Laufe der Jahrhunderte mit Hilfe der Lektüre ihre eigenen Weltbilder erschaffen. Romane bieten eine besondere Erweiterung ihres Erfahrungsraumes und tragen in wesentlichem Maße zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Selbstbewusstseins bei.
Dennoch sind die Auswirkungen des Lesens auf das Leben der Frauenfiguren differenziert zu betrachten. Nicht immer sind die Schlüsse, die Frauen aus der Lektüre für ihr eigenes Leben ziehen, positiv. Geprägt durch ihre sozialen Kreise besitzen die Figuren eine unterschiedliche Bildung und eine daraus resultierende Betrachtung und Auffassung von der (realen) Welt. Diese trägt in entscheidender Hinsicht zur Fähigkeit bei, Gelesenes objektiv zu beurteilen und deren (Wahrheits-) Gehalt für das eigene Leben anzuwenden.
Die erarbeiteten Texte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Typen weiblicher Literaturfiguren. Es werden verschiedenartige Heldinnen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert porträtiert, um die Bandbreite weiblichen Lesens, die Vielfalt der Charaktere sowie die sozialen Entwicklungen im Verlauf der Jahrhunderte aufzuzeigen.

Frauen in Computer-Environments

Die Gruppe beschäftigte sich mit den verschiedenen Beziehungen zwischen Frauen und Computern sowie dem Umgang mit diesem technischen Medium.
Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung wird anhand von aktuellen Nutzerzahlen die Affinität der weiblichen Bevölkerung zur Technik und zum Internet dargestellt. Bei der Frage, inwiefern Frauen in Computer-Environments eingebunden sind, liegt eine Einteilung in Nutzer- bzw. Anbieterseite nahe. Im weiteren Verlauf werden je zwei Aspekte beider Seiten genauer betrachtet. Über die Nutzung von eBooks und Online-Frauenzeitschriften bis hin zum Angebot von Texten - geschrieben von Frauen - wird aufgezeigt, wie sich das weibliche Geschlecht heutzutage in der Computerwelt bewegt. Das immer noch gängige Klischeebild in der Gesellschaft, Frauen und Computer passen nicht zusammen, konnte widerlegt werden. Die Ergebnisse belegen, dass Frauen gegenüber ihren männlichen Mitstreitern auf dem Vormarsch sind. Neben der allgemein steigenden PC-Nutzung ist das weibliche Geschlecht auch in IT-Berufen keine Seltenheit mehr.

Lesen: Forschung und Perspektiven

Am Anfang war die Frage: Was ist überhaupt Lesen? Gibt es auch andere Formen visueller Verständigung als das traditionelle "Lesen"? Wo können Perspektiven gesellschaftlicher Kommunikation liegen? Wenn alle Welt behauptet, Lesen sei "weiblich", stimmt das und wenn ja, wo liegen die Unterschiede? Wo und wie lernen wir, zu lesen? Ist es überhaupt (noch) wichtig, "lesen" zu können?....
Um all diese Fragen zu beantworten, haben wir uns mit den verschiedenen theoretischen Ansätzen und empirischen Untersuchungen in der Leseforschung beschäftigt. Die Leseforscher rekrutieren sich vor allem aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Medizin.
Die Ergebnisse sind manchmal utopisch und spekulativ: Wir haben eine Auswahl an Filmen und Büchern untersucht, die sich mit zukünftigen Formen der Kommunikation beschäftigen (Fahrenheit 451, Brave New World, Matrix etc.)
Manchmal sind sie überraschend: Der "kleine Unterschied" ist am Ende doch nicht so groß und Menschen sind nicht gen- und hirngesteuert. Das gilt auch für Frauen!
Fest steht, unser Leseverhalten wird entscheidend durch die Umwelt geprägt in der wir aufwachsen. Auch wenn Spracherfassung und kognitive Fähigkeiten im Zusammenhang mit unserer (angeborenen) Intelligenz stehen, lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Lesefähigkeit nur durch den Einfluss von gesellschaftlichem Rollenverhalten erklären.

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