Literacy Decade

Anna Bansmann

861 Millionen Menschen auf dieser Welt haben keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen – zwei Drittel davon sind Frauen. 113 Millionen Kinder besuchen nicht einmal eine Grundschule. Laut der UN-Menschenrechtserklärung von 1948 ist Bildung ein Menschenrecht und die Literacy Decade wurde am 13. Februar 2003 von UN-Generalsekretär Kofi Annan ausgerufen, um die globale Alphabetisierung kontinuierlich und umfassend zu begleiten. Bildung stellt laut UN-Resolution 56/116 einen essentiellen Beitrag zur Armutsbekämpfung dar.
Die Dekade wird koordiniert von der UNESCO und ist eingebettet in das internationale Entwicklungsziel "Grundbildung für alle bis 2015" (Education for All - EFA), das die Weltgemeinschaft beim Weltbildungsforum in Dakar 2000 beschlossen und beim Millenniumsgipfel bekräftigt hat. Allen Kindern soll bis 2015 eine Grundschulbildung ermöglicht werden und die Zahl der Erwachsenen Analphabeten soll um 50% sinken.

Ziele des Aktionsplans "Grundbildung für Alle", Weltbildungsforum Dakar 2000:

1. Ausweitung und Verbesserung der frühkindlichen Betreuung und Erziehung, insbesondere für gefährdete und benachteiligte Kleinkinder.
2. Einführung der kostenfreien Grundschulpflicht bis 2015 und Sicherung von Lernmöglichkeiten für Mädchen, für Kinder in gefährdeten Lebenslagen und Angehörige ethnischer Minderheiten.
3. Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen durch Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen ("life skills").
4. Sicherung eines angemessenen Grundbildungsniveaus bis 2015 für mindestens 440 Millionen, das heißt für etwa die Hälfte der erwachsenen Analphabeten, sowie Verbesserung der Lern- und Fortbildungsangebote für Erwachsene, mit dem Schwerpunkt bei Lernchancen für Frauen.
5. Überwindung der Bildungsverweigerung für Mädchen in Grund- und Sekundarstufe bis 2005, Ausgleich der Geschlechterdisparitäten im Bildungswesen insgesamt bis 2015.
6. Bekräftigung von Qualität als Priorität bei allen Bildungsanstrengungen: Nur relevante Lerninhalte und kulturell wirksame Lernmethoden in der Grundbildung führen auch zu spürbaren und nachweisbaren Lernergebnissen sowohl im Bereich der Basisqualifikationen als auch im Lesen, Schreiben und Rechnen.

Um die Alphabetisierung für alle zu erreichen, definiert die UNESCO sechs Kriterien:

1. Politikwandel zur Stärkung von Alphabetisierungsprogrammen
2. Aufbau flexibler, auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmter Programme mit qualifizierten Trainern
3. Aufbau einer geeigneten Infrastruktur (Planung, Management, Forschung und Dokumentation, Curriculum- und Materialentwicklung)
4. Verstärkung der Forschung, um zu verlässlichen Grundlagen für Bildungsprogramme zu kommen
5. Beteiligung der Betroffenen, Aufbau von lokalen Lernzentren und Vernetzung der Angebote
6. Monitoring und Evaluation: Entwicklung besserer Indikatoren für die Messung von Alphabetisierungsfortschritten

Die Bedeutung der Alphabetisierung ist laut UNESCO das „Herz“ des sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wohlbefindens von Einzelnen, Gemeinschaften, Gesellschaften und Nationen. Es werden rund 220 Millionen US-Dollar, 40% des Gesamtbudges der UNESCO, für Bildungsprogramme im Rahmen der Literacy Decade eingesetzt.

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